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Das Internet verrottet
Das Internet verrottet
Adressen haben sich geändert, Websites sind offline, Tweets gelöscht.
Vielmehr ist es ein weitreichender Verlust an Wissen für die gesamte Öffentlichkeit
Die unendliche Verkettung von Informationen, das Netz aus Referenzen und neuen Quellen, die immer wieder gegenseitig aufeinander Bezug nehmen und dabei so umfangreich und gleichzeitig zugänglich sind wie nie zuvor, funktioniert nicht.
Wer Bücher und Bibliotheken erhalten will, muss sie pflegen – sonst zerfallen sie
Nicht ein großes Unglück vernichtet unser gesammeltes Wissens und – wenn man so polemisch sein möchte wie Redditors – lässt unsere Zivilisation untergehen, sondern der Mangel an Interesse an
Viele Rundfunkanstalten löschen etwa die Hinweise auf vergangene Interviews oder Berichte bereits nach wenigen Jahren im Rahmen der Depublizierungspflicht
Sie sind nicht nur Berichterstatter, die die Öffentlichkeit heute informieren sollen, sondern gewissermaßen auch Archivar:innen unserer Zeit für nachfolgende Generationen
Ein Gespräch, das im Radio zu hören war, hat nie stattgefunden, wenn auch der letzte Mensch, der es gehört hat, verstorben ist – außer, es gibt eine Dokumentation darüber
Der Journalist Martin Fehrensen sagte der Deutschen Welle, er sähe im Internet Archive die einzige funktionierende Beweismittelkette des offenen Webs:
Historiker:innen befürchten bereits jetzt ein „Digital Dark Age“. Der Begriff beschreibt die Sorge, dass aus dem digitalen Zeitalter der Menschheitsgeschichte nur wenige Dokumentationen überleben werden
Wenn wir das im Internet gesammelte Wissen erhalten wollen, müssen wir uns für seine Inhalte interessieren. Etwa indem wir Webseiten nicht löschen, auch wenn wir deren Inhalt für veraltet halten, URLs nicht verändern und darauf achten, korrekt zu referenzieren
dann müssen wir anfangen, uns mehr für all das zu interessieren, was wir im Internet sammeln.
·netzpolitik.org·
Das Internet verrottet
Google schließt ersten KI-Content-Deal mit Associated Press für Gemini-Chatbot
Google schließt ersten KI-Content-Deal mit Associated Press für Gemini-Chatbot
Es ist der erste bekannte Deal dieser Art für Google im Bereich künstlicher Intelligenz
Auch OpenAI hat bereits knapp 20 ähnliche Vereinbarungen geschlossen, Meta hat Reuters als Partner gewählt, Mistral AI die AFP, und die KI-Antwortmaschine Perplexity schließt ebenfalls kleinere Deals mit ausgewählten Publishern zur Beteiligung an zukünftigen Werbeeinnahmen.
In Deutschland beispielsweise dominieren die Inhalte der Springer-Presse die Suchergebnisse von ChatGPT, da OpenAI einen Deal mit Springer abgeschlossen hat.
Kleinere Angebote haben dann die Wahl, ihre Inhalte an den Chatbot zu verschenken oder unsichtbar zu bleiben - ein klassisches Gefangenendilemma
·the-decoder.de·
Google schließt ersten KI-Content-Deal mit Associated Press für Gemini-Chatbot
Clipping: Wie anonyme Accounts die Social-Media-Reichweite industrialisieren - Social Media Morgen
Clipping: Wie anonyme Accounts die Social-Media-Reichweite industrialisieren - Social Media Morgen
Tausende anonyme Accounts zerlegen Podcasts, Streams und Events in 30-Sekunden-Clips und fluten damit TikTok, Instagram und YouTube Shorts. Bezahlt werden sie pro View – von Streamern, Marken, Politikern und Glücksspielplattformen
Das Phänomen heißt Clipping
dem Algorithmus-Primat von Short-Form-Video, der sinkenden Aufmerksamkeitsspanne und dem Druck, Reichweite kosteneffizient zu skalieren
Die Clipper-Ökonomie ist ein Symptom dieses Wachstums und gleichzeitig sein Beschleuniger
Ein Brand oder Creator stellt Rohmaterial bereit – per Google Drive oder Kampagnenbrief. Hunderte bis Tausende Clipper schneiden daraus kurze Videos, versehen sie mit Clickbait-Captions und posten sie über ihre eigenen Accounts. Die Bezahlung läuft leistungsbasiert: 300–1.500 Dollar pro Million Views bei Clipping, rund 1 Dollar CPM bei Whop. Marken zahlen 2.500–10.000 Dollar im Monat. Zum Vergleich: Traditionelle Social-Media-Ads kosten 8–25 Dollar CPM, Paid-Kampagnen laut Fujiwara teils 25.000 Dollar pro Million Views. Die Preislücke ist der Motor des Ganzen.
Der Clou: Es sieht aus wie organisches Engagement. Wer auf TikTok einen Podcast-Clip sieht, erkennt nicht, dass dahinter eine bezahlte Kampagne steht. Die meisten Kampagnen enthalten keine Werbekennzeichnung.
Clipping ist die Industrialisierung von Reichweite. Das Modell funktioniert – solange Algorithmen Views belohnen und Plattformen nicht konsequent durchgreifen.
·socialmediamorgen.de·
Clipping: Wie anonyme Accounts die Social-Media-Reichweite industrialisieren - Social Media Morgen
Suchtfalle: Warum die Handynutzung zum gesellschaftlichen Problem wird | heise online
Suchtfalle: Warum die Handynutzung zum gesellschaftlichen Problem wird | heise online
Sicherlich greifen Menschen auch zum Smartphone, um unangenehmen Gesprächssituationen zu entfliehen
FOMO
Die Nutzer verhalten sich wie in einer Spielhalle, ihre Hand immer am Griff des einarmigen Banditen
Der Begriff „Social-Media-Sucht“ etwa hat sich zwar in der öffentlichen Debatte, insbesondere in der politischen Sphäre, schnell etabliert, wissenschaftlich ist er aber nach wie vor umstritten. Viele Forscher sprechen vorsichtiger von riskanter Social-Media-Nutzung
Es muss ein Kontrollverlust beobachtet werden, Nutzer
Der Alltag leidet, die Nutzer vernachlässigen andere Aktivitäten
Deshalb können Teenager besonders schlecht widerstehen, wenn Apps oder Spiele systematisch Belohnungen platzieren, die Glücksgefühle auslösen – in Form sozialer Bestätigung oder gelegentlichen, überraschenden Gewinnen
Zudem ist unklar, in welche Richtung die Kausalität verläuft. Jugendliche mit psychischen Problemen greifen möglicherweise häufiger zu sozialen Netzwerken – es könnte also die Folge sein und nicht die Ursache dieser Probleme.
Neben den Empfehlungssystemen spielt auch das Interfacedesign eine zentrale Rolle. Viele Plattformen nutzen Gestaltungselemente, die auf anhaltende Nutzung ausgelegt sind
den Wichtigsten gehören das Endlos-Scrolling
Autoplay, bei dem Videos automatisch starten
variable Belohnungen wie Likes, Kommentare oder neue Inhalte erscheinen unregelmäßig
Push-Benachrichtigungen, die Nutzer daran erinnern, zur Plattform zurückzukehren
·heise.de·
Suchtfalle: Warum die Handynutzung zum gesellschaftlichen Problem wird | heise online
Breakpoint: Wir alle sollten mehr übereinander wissen
Breakpoint: Wir alle sollten mehr übereinander wissen
Wir wissen das Falsche über die falschen Personen
ein Screenshot eines New-York-Times-Artikels mit dem Titel „We should all know less about each other“.
Intimität ist zur öffentlich handelbaren Ressource geworden.
Aufmerksamkeitsökonomie, in der Selbstöffnung taktisch eingesetzt wird
Doch viele dieser „intimen Einblicke“ sind gar nicht intim. Sie sind Inszenierungen
Einem viralen Influencer zu folgen, ist heute das Gleiche wie eine Netflixserie zu schauen.
Sondern dass wir das Falsche von den falschen Personen wissen
Es tut gut, mit Freunden über das eigene Datingleben zu quatschen, mit seinem Vater über die Gesundheit und mit der besten Freundin über den letzten Sex – und es stärkt die Beziehung, wenn sie das ebenso tun
·netzpolitik.org·
Breakpoint: Wir alle sollten mehr übereinander wissen
KI-Chatbots und Google nutzen komplett verschiedene Suchstrategien
KI-Chatbots und Google nutzen komplett verschiedene Suchstrategien
Laut der Studie sind 53 Prozent der Websites, die Google AI Overview konsultiert, nicht in den Top 10 der organischen Suchergebnisse enthalten
Die KI-Systeme nutzen also tendenziell weniger bekannte Websites als Quellen.
Besonders auffällig sind die Unterschiede beim Umfang der Recherche. GPT-Tool konsultiert durchschnittlich nur 0,4 Webseiten pro Anfrage und verlässt sich hauptsächlich auf sein internes Wissen. AI Overview hingegen nutzt 8,6 Webseiten, Gemini 8,5 und GPT-Search 4,1 Seiten pro Suchanfrage.
Bei mehrdeutigen Anfragen, die verschiedene Interpretationen zulassen, schneidet die organische Suche besser ab
Die Wissenschaftler:innen analysierten 100 Trending-Queries vom 15. September 2025 und stellten fest, dass AI-Overviews nur in drei Prozent der Fälle generiert wurden.
Systeme, die hauptsächlich auf ihr internes Wissen setzen, haben bei aktuellen Ereignissen deutliche Nachteile.
Stellt man dieselbe Frage zu verschiedenen Zeiten, erhält man oft völlig andere Quellen als Grundlage für die Antwort.
Interessant ist jedoch, dass trotz der wechselnden Quellen die allgemeine Themenabdeckung über die Zeit stabil bleibt
·the-decoder.de·
KI-Chatbots und Google nutzen komplett verschiedene Suchstrategien
Verlieren wir durch KI die unabhängige Presse?
Verlieren wir durch KI die unabhängige Presse?
Traditionelle Suchmaschinen agierten bisher primär als Vermittler von Links zu externen Webinhalten.
Diese sogenannten "KI-Antworten" führen zu drei wesentlichen Veränderungen: Dialog auf neuer Stufe durch komplexere Suchanfragen in natürlicher Sprache, Zusammenwachsen von Informationssuche und -nutzung sowie die Erstellung völlig neuer Informationsobjekte.
Laut dem Gutachten von Dirk Lewandowski, der Studien zitiert, zeigen sich Traffic-Verluste zwischen 18 Prozent und über 50 Prozent für Medienunternehmen. Dies bedroht die Refinanzierung der Inhaltsproduktion
dokumentiert bereits massive Veränderungen im Referral-Traffic
Facebook-Traffic zu Nachrichtenwebsites ist in zwei Jahren um 67 Prozent gesunken, X-Traffic um 50 Prozent
Generative KI-Tools werden für einfachere Anfragen (i.O. "low-stakes queries") bevorzugt, wo Ungenauigkeiten weniger schwerwiegende Folgen haben. Bei Anfragen zu komplexeren Feldern ( "high-stakes queries"), wie Gesundheit und Finanzen, greifen Nutzer weiterhin auf traditionelle Suchmaschinen zurück.
werfen Fragen zur Transparenz und Verlässlichkeit der Suchergebnisse auf. Nutzer zeigten sich besonders vorsichtig bei KI-generierten Inhalten und berichteten, diese häufig über traditionelle Suchtools zu verifizieren.
·telepolis.de·
Verlieren wir durch KI die unabhängige Presse?
Aktivismus im Netz – zwischen Hashtags und der Straße! Was uns die Global Sumud Flotilla in puncto Aktivismus lehrt – politik-digital
Aktivismus im Netz – zwischen Hashtags und der Straße! Was uns die Global Sumud Flotilla in puncto Aktivismus lehrt – politik-digital
Wo früher die Straße der wichtigste Ort für politischen Protest war – ist es heute das Internet
Diese bleibt aber nicht im Internet, sondern verlagert ihren Handlungsspielraum ins echte Leben
Etwas bekannter ist der Slacktivismus – oberflächige politische Partizipation durch Liken und Teilen von Posts auf social media Plattformen
Durch Algorithmen und Echokammern besteht die Gefahr der Vereinsamung
Es braucht die Kollektivität – die vor allem im Austausch miteinander ist.
Nur wenn es Einzelpersonen schaffen in Kontakt miteinander zu kommen und sich gemeinsam zu organisieren, können Gruppen im Internet zu einer tatsächlichen aktivistischen Bewegung heranwachsen.
und es schaffen, sich digital zu organisieren, sind mit ihrem Offline-Aktivismus nämlich umso erfolgreicher
Online und Offline Räume sind voneinander abhängig und beeinflussen sich gegenseitig
Immerhin ist der Kampf für gesellschaftspolitische Anliegen auf der Straße ein Kernelement aktivistischen Wirkens. Den Spieß kann man jedoch auch umdrehen, denn: Aktivismus ohne online Präsenz? – Meistens ein Fehlschlag.
·politik-digital.de·
Aktivismus im Netz – zwischen Hashtags und der Straße! Was uns die Global Sumud Flotilla in puncto Aktivismus lehrt – politik-digital
Diskussionsräume und Radikalisierungsprozesse in Sozialen Medien
Diskussionsräume und Radikalisierungsprozesse in Sozialen Medien
Ausmaß digitale Kommunikationsangebote Radikalisierung fördern. Hinzu kommt, dass „Online-Radikalisierung“ stets mit offline stattfindenden Ereignissen verbunden
Akteure nutzen diese neuen Gelegenheitsstrukturen, die sich durch das Internet ergeben, gezielt aus
bedienen sich auch vielfältiger stilistischer Mittel, wie direkter persönlicher Ansprache, humoristischer Darstellungen und Emotionalisierung der Inhalte. Besonders profitieren sie dabei von der hohen Geschwindigkeit der Online-Kommunikation
·bpb.de·
Diskussionsräume und Radikalisierungsprozesse in Sozialen Medien
Meta-Studie: Mythos Desinformation?
Meta-Studie: Mythos Desinformation?
Fest stehe aber, dass die Warnungen selbst negative Effekte haben.
Deren Wirkung sei jedoch begrenzt gewesen, so der Tenor
Gestützt wird dieses Fazit von einer umfangreichen Studie des Observatory on Information and Democracy, die bereits im Dezember vergangenen Jahres erschien und Ende Januar in Berlin vorgestellt wurde
Nachweis sei schon deshalb schwierig, weil die Tech-Konzerne die dafür erforderlichen Daten nicht herausgäben.
könnte aus Sicht der Studien-Autor:innen negative Auswirkungen haben, weil so das Misstrauen in der Gesellschaft geschürt werde.
Aus Sicht von Kettemann befindet sich die Desinformationsforschung daher auch „in einer Krise“.
Einige Untersuchungen finden keine direkten Auswirkungen von Fehl- und Desinformation auf die politische Polarisierung oder das Wahlverhalten. Andere wiederum zeigen […] den geradezu gegenteiligen Effekt, wonach Bemühungen, das Bewusstsein für Fehl- und Desinformation zu schärfen, zu Misstrauen gegenüber seriösen Informationen führt.“
·netzpolitik.org·
Meta-Studie: Mythos Desinformation?
KI: So beeinflussen Sprachmodelle unsere Überzeugungen
KI: So beeinflussen Sprachmodelle unsere Überzeugungen
Diese Maschinen sind keineswegs objektive Informationsquellen.
Mit Methoden der Psychometrie weisen sie den LLMs menschliche Eigenschaften zu – auch wenn die Modelle menschliches Verhalten lediglich simulieren, indem sie menschengemachte Texte statistisch auswerten.
Schwartzsche "Theorie grundlegender individueller Werte" zurück, eine in der Psychologie etablierte Methode, um anhand von Fragebögen die Werteorientierungen von Menschen hinsichtlich Tradition, Sicherheit, Leistung oder Macht zu quantifizieren.
Je nachdem, als welches Geschlecht das jeweilige Modell angesprochen wurde, fielen die Testergebnisse unterschiedlich aus. "Sie zeigten dabei etwa stereotype Ansichten, wie dass Frauen eher auf Sicherheit orientiert sind und Männer eher auf Leistung", sagt Pellert.
ie Modelle im Laufe der Zeit ihre politische Einstellung geändert haben.
Basis von Texten trainiert worden waren, tendenziell eher konservative Ansichten wiedergaben
Das dürfte über das Kategorisieren und Labeln der Trainingsdaten reinkommen", meint Pellert. "Es spiegelt wohl wider, was die Entwickler präferieren, und gibt dem Ganzen einen liberalen, amerikanischen Bias."
Wurde etwa das Modell XLMRoBERTa auf Deutsch gefragt, schrieben ihm die Tests einen höheren Wert an "Neurotizismus", also emotionaler Verletzlichkeit zu, während es auf Englisch mehr "Verträglichkeit", also Rücksichtnahme, Kooperationsbereitschaft und Empathie demonstrierte.
Einen Extremfall politisch gefärbter Sprachmodelle demonstrierte Yannic Kilcher: Der YouTuber hat sein auf GPT-4chan getauftes KI-Modell auf Beiträge des 4chan-Forums /pol/ ("Politically Incorrect") trainiert. Es ist für seinen rassistischen, frauenfeindlichen und antisemitischen Ton berüchtigt.
Sein Modell hat Kilcher auf der Plattform Hugging Face veröffentlicht.
Der YouTuber hat sein auf GPT-4chan getauftes KI-Modell auf Beiträge des 4chan-Forums /pol/ ("Politically Incorrect") trainiert.
Ihre kalifornischen Schöpfer scheinen vielmehr darauf erpicht zu sein, ihren LLMs die politisch inkorrekten Ausdrucksweisen oder Falschinformationen wieder auszutreiben, die diese in ihren Trainingsdaten aufgeschnappt haben.
"Wir erlauben der Technologie inzwischen, zu verändern, was wir sagen", zeigt sich Jakesch besorgt.
Jakesch und sein Team haben die Teilnehmer ihrer Studie gebeten, einen Social-Media-Post über ein umstrittenes Thema zu schreiben. Zur Auswahl stand etwa die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Todesstrafe oder ob soziale Medien der Gesellschaft eher schaden oder nützen.
Die Forscher hatten den Schreibassistenten mithilfe versteckter Prompts darauf getrimmt, zu jeder Frage einen bestimmten Standpunkt einzunehmen und in seinen Vorschlägen entweder dafür oder dagegen zu argumentieren. Nach Beendigung der Schreibaufgabe zeigte eine Umfrage schließlich, dass die Positionen der Teilnehmer sich denen ihrer KI-Assistenten angenähert hatten.
"Der Schreibassistent macht seine Vorschläge direkt während des Schreibens und hat so deutlich stärkeren Einfluss auf unsere Meinung, als wenn wir einfach ein paar Argumente präsentiert bekommen", erklärt Jakesch.
Wenn viele Personen die Technik regelmäßig nutzen, kann das die öffentliche Meinung verschieben.
Je häufiger LLMs ins Spiel kommen, desto mehr Texte werden – wenn auch nicht komplett künstlich generiert – zumindest von den KI-Modellen verbessert, erweitert oder revidiert.
Chatbots halluzinieren zwar zuweilen Falschaussagen herbei, neigen aber auch dazu, falsche Fakten zu korrigieren.
Denn viele Verschwörungsgläubige treffen in Form eines LLMs auf einen Gesprächspartner, der mehr über ihre Lieblingsverschwörungstheorie weiß als sie selbst und gewillt sowie in der Lage ist, individuell auf sie einzugehen.
Die kurze, faktengestützte Behandlung reduzierte den Glauben der Teilnehmer an ihre Verschwörungstheorie im Durchschnitt um 20 Prozent.
Dieser Effekt hielt auch während der zwei Monate bis zur geplanten Nachbesprechung unvermindert an.
Als ein professioneller Faktenchecker eine Stichprobe von 128 Behauptungen der KI überprüfte, erwiesen sich 99,2 Prozent als wahr, 0,8 Prozent als irreführend und keine einzige als falsch.
Denn schließlich liegt es in der Verantwortung der Entwickler, ob die Systeme letztlich Fakten oder Fehlinformationen verbreiten.
Je seltener eine Meinung beziehungsweise ein semantisches Konstrukt in den Trainingsdaten ist, desto eher unterlaufen den Modellen dabei Fehler."
wird die Sache bei dünner Datenlage schwieriger.
"Wenn in Zukunft wirklich die ganze Welt von ein und derselben Maschine beeinflusst wird, wäre das eine völlig neue Situation", warnt Jakesch. "Das könnte zu einer nie dagewesenen Homogenisierung von Kulturen und Meinungen führen."
·heise.de·
KI: So beeinflussen Sprachmodelle unsere Überzeugungen
Weizenbaum Report 2024: Politische Partizipation verlagert sich ins Netz
Weizenbaum Report 2024: Politische Partizipation verlagert sich ins Netz
Zum fünften Mal untersucht sie, wie sich im Laufe des zurückliegenden Jahres die politischen Partizipationsformen verändert haben.
Es sei denkbar, dass Bürger:innen davon ausgehen, dass sie die Politik über soziale Medien besser beeinflussen können als über klassischen Formen der Partizipation.
In den Jahren 2022 und 2021 befand sich die Spendenbereitschaft mit 62 bzw. 64 Prozent noch auf einem Hoch. Dieser Wert fiel im vergangenen Jahr auf 54 Prozent. Eine mögliche Erklärung könnte laut den Forschenden die wirtschaftliche Rezession sein.
Rund 40 Prozent der Befragten kamen im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben mit Fehlinformationen in Kontakt
Jüngere sind auch aktiver, wenn es darum geht, Nachrichten zu überprüfen und problematische Inhalte zu melden
Nur 59 Prozent der Frauen nutzen das Netz zu diesem Zweck
Vor allem Männer mit höherem Bildungsgrad – konkret 78 Prozent von ihnen – nutzen das Internet, um sich über das politische Tagesgeschehen zu informieren. Bei Menschen mit einem niedrigeren Bildungsabschluss sind es 51 Prozent.
Radio und Zeitungen verlieren an Bedeutung
27 Prozent sehen Social Media eher negativ, 32 Prozent tun dies bei KI
Dabei gab mit 75 Prozent ein Großteil der Deutschen an, die Technik in der Freizeit bereits genutzt zu haben
Am wenigsten Anwendung findet die Technologie bisher im Bildungskontext – nur 17 Prozent der Befragten verwenden sie dort.
·netzpolitik.org·
Weizenbaum Report 2024: Politische Partizipation verlagert sich ins Netz